26 Feb 2017

Schweinehaltung – Neue Modelle mit Auslauf oder Auslaufmodell?

Am 17. Februar trafen sich Schweinehalter zu einer Diskussionsrunde, um über aktuelle Probleme und zukünftige Entwicklungen zu sprechen. Der Video-Mitschnitt ist hier in fünf Teilen zu sehen, die man nicht unbedingt in der vorgegebenen Reihenfolge anschauen muss (aber die Teile 2, 3 und 4 auf jeden Fall).

Hintergrund-Informationen zu den Teilnehmern stehen ganz am Ende, am Anfang aber eine persönliche Erklärung: Wenn der Kameramann ausnahmsweise vor, statt hinter der Kamera sitzt, kann es passieren, dass ein Diskutant etwas „aus dem Rahmen fällt“. Das ist schon peinlich. Was Michael Reber zu sagen hat, versteht man allerdings sehr gut und wer ihn kennt, weiß: er steht mit beiden Beinen mitten im Leben!

1. Teil: Wo stehen wir heute?
1. Kann man Schweine, mit gutem Gewissen, rein nach dem gesetzlichen Standard halten?
2. Bekommen Landwirte höheren Aufwand in der Haltung auch bezahlt?
3. Was kommt zuerst: die Diskussion über alternative Haltungsformen oder Zahlungsbereitschaft?
4. Mit wem sollen Tierhalter diskutieren und mit wem eher nicht?

2. Teil: Was läuft schief im Stall?
Was sind die Gründe für Fehlentwicklungen in der Schweinehaltung: Genetik, Haltungssysteme oder auch der Mensch? Über Stalleinbrüche und schwarze Schafe, kranke Schweine, und Turbo-Sauen.

3. Teil: Handel, Verbraucher, Kommunikation
Wer zahlt fürs Tierwohl? Verbraucher, Staat oder die Wenigsten?
Immer stehen wir vor der „Citizen-Consumer-Gap“: Bürger fordern viel, Verbraucher zahlen jedoch wenig. Muss das so sein oder liegt es an der Kommunikation? Welche Rolle spielt der LEH? Ein Beispiel aus der Praxis regt zum Nachdenken an.

4. Teil: Neue Ställe braucht das Land!
Mehr Tierwohl in neuen und alten Ställen muss auch behördlich genehmigt werden. Aber es gibt auch Zielkonflikte, z. B. zwischen Emissions- und Seuchenschutz.

5. Teil: Hat Schweinehaltung eine Zukunft?
Label, Sterne, Markenfleisch. Aber: muss es auch die Stufe „Basic“ geben? Und hat Schweinehaltung überhaupt eine Zukunft in Deutschland oder eher in Brasilien?

Teilgenommen haben:

Nadine Henke,
Tierärztin und Ferkelerzeugerin aus Niedersachsen.
„Brokser Sauen“ im Video
auf Twitter @BrokserSauen
auf Facebook

Gabriele Mörixmann,
Schweinemästerin aus NRW
„Aktivstall für Schweine“ im Video
eigene Website

Bernhard Barkmann
,
Schweinemäster aus Niedersachsen
und Blogger
auf Twitter @blogagrar

Michael Reber,
Schweinemäster aus Baden-Württemberg
Twitter @MichlReber
Eigene Website

Weitere Runden zum Schwein und anderen Tierarten sind in Vorbereitung.

[zum Anfang]
  • Dirk Hesse

    Ganz dollen und lieben Dank an alle Beteiligten!
    Ihr habt die vielen Themen umfangreich ruhig und zielorientiert diskutiert.
    Wer alle Videos anschaut, ist zu den Themen vollstaendig informiert.
    Fuer mich persoenlich war Video 2 das Wichtigste.

  • Kai Schleyerbach

    habe jetzt Teil 1-3 gesehen. Supersache! Danke. Das kann ich auch sehr gut mal an andere weiter empfehlen. Schade, dass außer Michael kaum jemand etwas konkretes zum Thema „Was läuft falsch?“ gesagt hat. Jeder hat seine Herausforderungen… und es läuft nicht immer alles optimal … da hätte es gerne etwas konkreter werden können. Freue mich auf Teil 4+5. LG Kai

    • Thomas Wengenroth

      Zu Problemen in der Haltung ist eine weitere Runde geplant. Es hätte wahrscheinlich den Rahmen gesprengt, hier ins Detail zu gehen, aber da gibt es tatsächlich eine ganze Menge Diskussionsbedarf!

  • Matthias Rackwitz

    wenn alle einer Meinung sind, heißt das dann Diskussion? aber mal eine Nachfrage in die Runde zu Teil 5 – ist Deutschland Netto-Importeur oder Netto-Exporteur von schweinischen Produkten?

  • Matthias Rackwitz

    Teil 5 bei 2:43 – „wir müssen jeden ernähren können, nicht nur den der es sich leisten kann ….glaub, da sind wir uns einig, oder?“ mit Schweinefleisch – ich glaube da sind wir uns keineswegs einig – es ist nicht Aufgabe von Tierhaltern die mangelnde Kaufkraftbereitschaft von Billigfkeischbevorzugern zu bedienen, da soll dann echt der Staat einspringen, wenn er das möchte