17 Okt 2015

Offener Brief zu „plusminus“

Am 14. Oktober strahlte das ARD-Wirtschaftsmagazin „plusminus“ einen Beitrag aus unter dem Titel „Pestizide in unseren Nahrungsmitteln“. Prof. Dr. Andreas von Tiedemann, Professor für Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz an der Universität Göttingen, verfasste dazu einen offenen Brief:

Offener Brief an die ARD

Sendung PlusMinus „Pestizide in unseren Nahrungsmitteln“ vom 14.10.20115

Meine Hoffnung, am Bildschirm jemals eine objektive und wahrheitsgemäße Berichterstattung über das Thema Landwirtschaft oder Pflanzenschutzmittel zu erleben, habe ich schon lange aufgegeben. Dass es in dieser Hinsicht keinen Qualitätsunterschied zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern gibt, hat das Beispiel der gestrigen PlusMinus-Sendung wieder einmal unter Beweis gestellt. Wenn Greenpeace von der Angst der Menschen vor vergiftetem Essen lebt, weil das ihre Existenz und Spendenwürdigkeit begründet, ist das nachvollziehbar, aber welches Interesse kann die ARD an einer derartigen Desinformation haben? – Fühlen Sie sich denn überhaupt nicht mehr zur verantwortungsvollen Aufklärung verpflichtet und sollten Sie sich deshalb nicht um Objektivität und wirkliches Fachwissen bemühen? – Nichts, davon enthielt Ihr Bericht, der ausschließlich aus blanken Spekulationen, wilden Assoziationen und Falschinformationen bestand. In der letzten Sequenz bezeichnet die leider über Jahre desinformierte Verbraucherin verständlicherweise und auf Zuruf die vermeintliche Lebensmittelvergiftung als „Schweinerei“. Eine Schweinerei ist aber Ihr Beitrag, der Menschen ohne Not und Anlass Angst macht, frei und beherzt zu essen. Wie viele Essstörungen gehen inzwischen auf solche in den Medien permanent verbreiteten Zerrbilder der Wirklichkeit zurück? – Das sollten Sie mal untersuchen.

Warum stellen Sie gar nicht die Frage, warum Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden und was möglicherweise ihr Benefit ist. Warum fragen Sie nur Personen, die entweder keine wirklichen Experten sind oder eindeutige Interessensvertreter? – Es gibt unabhängige Wissenschaftler an Universitäten und in Zulassungsbehörden, die dazu kompetent etwas sagen könnten. Deren Aussagen aber wären, dass es keinerlei Hinweise auf die im Film genannten Kombinationswirkungen mehrerer Wirkstoffe gibt, dass es kaum sein kann, dass Rückstände in Lebensmitteln Krebs auslösen, wenn die Reinwirkstoffe selbst in hohen Dosen im Labor keinerlei solche Wirkungen zeigen. Denn darauf werden Pflanzenschutzmittel intensiv untersucht. Ebenso wie auf neurotoxische, teratogene, mutagene, allergogene Wirkungen. Der leiseste Verdacht, dass ein Wirkstoff hier kritisch ist, führt zum sofortigen Entzug der Zulassung. So sind schon Fungizide aus Verdacht verboten worden, bei denen inzwischen klar ist, dass sie doch nicht kanzerogen sind und wieder zugelassen werden können. Es ist perfide und geschmacklos, in diesem Zusammenhang einen Alzheimerkranken vorzuführen und ihn ohne jeglichen wissenschaftlichen Beleg mit Pflanzenschutzmitteln in Verbindung zu bringen. Das ist Propaganda der billigsten Art und hat mit Aufklärung nichts zu tun. Das im Film genannte Carbolineum ist so lange aus dem Verkehr gezogen, dass Ihr Hinweis darauf nur mit der Beurteilung heutiger Autos auf der Basis des VW Käfer vergleichbar ist.

Diese unerträgliche Tendenziosität setzt sich in einigen blanken Falschaussagen fort. Es trifft nicht zu dass es keine Grenzen für die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln gibt. Diese Menge ist genau in der Zulassung für jedes Mittel und jede Anwendungskultur festgelegt. Es trifft auch nicht zu, dass die EFSA für die Zulassung von „Pestiziden“ zuständig ist, das sind nationale Zulassungsbehörden, die EFSA lässt nur die Wirkstoffe zu. Das mag für den Verbraucher nicht sehr relevant sein, zeigt aber die nachlässige Qualität Ihrer Recherchen. Es trifft nicht zu, dass „immer mehr gespritzt“ wird. Wahr ist, dass die pro Hektar ausgebrachte Wirkstoffmenge seit 1990 erst stark zurückgegangen ist und seit 1995 weitgehend konstant bei 1,8 kg/ha liegt. In der gleichen Zeit ist die Zahl der zugelassenen Wirkstoffe von 280 auf unter 250 gesunken. Verändert hat sich in dieser Zeit aber die Toxizität der Wirkstoffe. Diese ist dramatisch zurückgegangen, was man an den sog. SYNOPS-Indikatoren sehen kann. So sind heute über 96% aller zugelassenen Wirkstoffe keiner Giftklasse mehr zugeordnet, das heißt sie liegen toxikologisch im Bereich von Kochsalz oder besser. Das ist der Grund, dass die Giftzentrale Nord in Göttingen seit über 20 Jahren keinen Vergiftungsfall mit Pflanzenschutzmitteln mehr hatte. Das sind die Fakten, die Sie ohne Probleme vom BVL oder JKI oder BfR bekommen können, von denen aber in Ihrem Beitrag nichts vorkam.
Ein Letztes noch: Pflanzenschutzmittel schützen die für unser Überleben wichtigsten Organismen nämlich Nutzpflanzen. Diese benötigen den Schutz vor Krankheiten und Schädlingen so wie wir ihn als Menschen durch Medikamente sicherstellen. Beides, Medikamente und Pflanzenschutzmittel, sind segensreiche Hilfsmittel für unser Überleben und beide können natürlich auch durch Fehlanwendung Schaden machen. Diese Schäden sind bei Medikamenten relativ groß (Medikamentenmissbrauch, Nebenwirkungen), bei Pflanzenschutzmitteln praktisch nicht nachweisbar. Es gibt in der westlichen Welt in den letzten >20 Jahren keinen einzigen klinisch belegten Fall einer Gesundheitsbeeinträchtigung durch den Verzehr fachgerecht behandelter Lebensmittel, die Sie in Ihrem Bericht als „vergiftet“ darstellen. Wo also sind die nachweisbaren Opfer dieser jahrelangen Vergiftung der Menschen? – Warum ist die Lebenserwartung gerade dort gestiegen, wo die Bevölkerung sich vornehmlich von „gespritzten“ Produkten aus der modernen Landwirtschaft ernährt. Es gibt diese Opfer nicht, weil wir die besten, gesündesten und vielfältigsten Nahrungsmittel haben, die es je in der Geschichte der Menschheit gegeben hat.

Ein Allerletztes: Abgesehen von der Verantwortungslosigkeit dieses Berichts gegenüber den Verbrauchern, haben Sie mal überlegt, wie infam Ihre unbelegten Behauptungen gegenüber der großen Mehrzahl der Landwirte ist? – Sie implizieren, dass sie skrupellos vergiftete Lebensmittel produzieren.

Nochmal, dies war eine ganz schwarze halbe Stunde für den guten Fachjournalismus. Ich weiß, dass Sie dies nicht korrigieren werden und ich, selbst als Rundfunkbeitragszahler, darauf keinen Einfluss habe, aber vielleicht reicht es ja wenigstens dafür, dass Sie sich meine Hinweise durch den Kopf gehen lassen.

Andreas von Tiedemann,
Professor für Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz an der Universität Göttingen

Quelle des Bildes: geralt

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  • Arwed Schmidt

    Vielen Dank für diesen Beitrag! Leider wird es nichts helfen, das Zwangsgebühren-TV ist völlig unter jedem Niveau.

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  • Wilhelm Knigge

    Auch von mir Herr Professor von Tiedemann, ein ausdrücklicher Dank an sie und Ihren im Gegensatz zu von dieser unverantwortlichen, nur auf Ängsteerzeugenden Beitrag dieser Journalistenmafia. Bedenkenlos werden von naturwissentschaftlich Ungebildeten…denn Chemie, Physik und Scheiss-Mathe hatte ja man mal „abgewählt als Unterrichtsfach“ zugunsten irgendwelcher „nützlichen“ Gutmenschfächern wird perfide Meinungsmache, Meinungsverfälschung betrieben. Noch ein Beispiel???Jetzt wo VW ja so schlimm die armen Verbraucher in den USA beschissen hat, kennt auch der geistig unterstrukturierte Normalmichel auf einmal das absolut tödliche Gift Stickstoffoxid….dass es davon allerdings 4 verschiedene Arten gibt, unwichtig, ob stabil oder instabil…unwichtig…Egal, Hauptsache man hängt was an die grosse Glocke, berichtet mit ausdrücklichem Schambewusstsein mit höchsten Dummbürgerangstmachhintergrund und gebärt sich als Retter der Nation. Man darf sich nicht wundern, dass man sowas als „Lügenpresse“ bezeichnet. Leider besteht in diesem Land eine Rundfunkgebührenzwangsgebühr, die m.Eas. verfassungwidirig ist. Noch nicht mal in der Zeit des Nationalsozialismus war es Pflicht einen Volksempfänger zu besitzen. Reichspropagandaminister Dr. Josef Goebbels hätte es sich wohl nicht träumen lassen, was für mediale Möglichkeiten zur Meinungsbeeinflussung des dummen Volkes es heutzutage gibt, und vor allen Dingen noch dazu irgendwelche durch nichts fundierte nur auf Effektheischende Gutmenschkommentare.

  • Angst und Sündenböcke sind schon seit Jahrhunderten das Lebenselixier deutscher Leitmedien.
    Ob Hexen, Juden, der Klassenfeind oder Lebensmittelskandale – wenn der Profit winkt, sinkt das Niveau der Redaktionen unter das von Crackhuren und der Pressekodex wird bestenfalls zur Klolektüre degradiert.

  • Bernhard Weich

    Das „Informationszeitalter“ ist schon längst zum „Dess- Informationszeitalter verkommen – solche Meinungen findet man heute nicht nur im Bezahl-TV sondern auch z.B. in Schulbücher, mit z.T. solchen Aussagen: „In der Steinzeit waren die Frauen den Männer übergeordnet und für Erfindungen wie z.B. das Rad verantwortlich – die Stellung der Frau änderte sich erst mit der aufkommenden Landwirtschaft“… (Lehrbuch für Geschichte 7 Klasse Gymnasium

    • Der Buddler

      Dieses Lehrbuch würde ich gerne mal sehen. Verraten Sie uns den genauen Titel und Erscheinungsjahr?

  • Gerfried Pongratz

    Danke für diese hervorragende Antwort! Die zitierte ARD „Doku“ bietet ein Paradebeispiel manipulativer Berichterstellung, die nicht nur Konsumenten zutiefst verunsichert und manchmal vielleicht auch (durch Noceboeffekte) direkt schädigt, sondern auch Landwirte und alle im Bereich Pfanzenschutz Tätigen (Forschung, Entwicklung, Zulassungsprüfung, Beratung, Kontrolle, Produktion, Vertrieb etc.) in die Nähe von Kriminellen, bzw. völlig unverantwortlich Handelnden rückt. Die Sendungsverantwortlichen sollten sich die Frage stellen, wer hier unverantwortlich handelt!

  • Tiefenrausch1968

    Mir persönlich wäre es mehr als recht, wenn die Chemie im Bereich der Landwirtschaft gar nicht mehr eingesetzt werden dürfte, außer es wird unzweifelhaft nachgewiesen, dass ansonsten die Versorgung der Bevölkerung gefährdet ist. Es kommen immer mehr Chemikalien in allen Bereichen des täglichen Lebens auf den Markt, deren Kombiwirkungen kein Mensch kennt, das ist ja wohl unbestritten.

    • Drogist Niggemeier

      Lieber Tieferausch1968 Natürlich wäre die Lebensmittelsicherheit und auch die Menge der Produktion durch Verbannung von Pfanzenschutzmitteln gefährdet. Oder sind sie bereit ca. 50% ihres Einkommens und Ihrer verfügbaren Zeit mit der Beschaffung von Lebensmitteln zu verbringen? Dann haben sie keine Zeit mehr für einen tiefen Rausch.:)

      • Tiefenrausch1968

        Jetzt dramatisieren sie aber. Vielleicht ist der Kartoffelberg dann etwas niedriger, aber auch das wäre verkraftbar. Wenn es nur darum ginge, Engpässe auszugleichen, wäre der Chemieeinsatz vermutlich bei 10% des derzeitigen. Hier geht es doch gerade darum, aus jeder Fläche so viel rauszuholen wie möglich ohne einen Gedanken an die Boden- und Grundwasserbelastung verschwenden zu müssen.

        • Thomas Borck

          Es wäre sehr schön ganz ohne Spritzmittel auszukommen. Doch leider sind die Verbraucher nicht einmal bereit, den Mehrbetrag für Bio-Lebensmittel zu zahlen. Es wird viel davon geredet, aber wenn es an das Geld geht, kneifen die meisten wieder. Und solange die Tomaten beim Discounter für 0,99 € gekauft werden, können wir nicht von einem „Verbraucherbewußtsein“ reden. Geld ist in D genug vorhanden, doch leider nur für Luxusartkel aber nicht für das wichtigste Gesundheitsmittel, das wir haben – für unsere Lebensmittel! Ich selbst habe einen Laden für Obst und Gemüse und muss dieses Verhalten jeden Tag beobachten!

          • Tiefenrausch1968

            Deshalb wäre ich sehr dafür, dass unbelastete Lebensmittel als gesetzlicher Standard vorgegeben werden, statt aus gesunder Ernährung eine Klassenfrage zu machen. Die Schuld liegt auch nicht immer nur an den Konsumenten, viele wollen gerne Bio kaufen, können aber nicht. Steigende Kosten und die Belastungen der Arbeitslöhne durch die Sozialversicherungen, da bleibt häufig nur noch der Discounter.

          • Klaus Blömeke

            Liebe Tiefenrausch1968,
            der grundlegende Irrtum besteht an anderer Stelle. Für uns geeignete Nahrungsmittel sind, aus Sicht der Natur betrachtet, Energiebomben. Dafür interessiert sich so ungefähr jedes Lebewesen in Reichweite (Insekten, Wirbeltiere, Pilze). Pflanzen können nur durch chemische Kampfmittel Fraßfeinde abwehren. Entweder sind diese chemischen Kampfstoffe Teil der Pflanze, dann sind diese Pflanzen für uns unbekömmlich, oder sie wurden von uns weggezüchtet, dann muss die Pflanze von extern gegen Fraßfeinde geschützt werden. Ohne Gift geht es nicht. Aber bei externen, also vom Menschen entwickelte Pflanzenschutzmittel können wir uns wenigstens aussuchen, wie schädlich diese für uns sind.

          • Tiefenrausch1968

            Ohne Gift geht es schon, allerdings wären die Erträge dann entsprechend niedriger. Einige Dinge, wie bsw. Salat im Freiland, wären dann vermutlich sehr teuer. Bin schon selbst nach Regen durch den Garten gerannt und habe Schneckenabwehr gespielt, man kennt das ja auch im Kleingarten-Bereich.

          • oxi

            Damit können Sie aber nicht die Versorgung der Menschheit sichern.

          • Tiefenrausch1968 und Thomas Bork Ihnen stimme ich zu, bei geringem Einkommen bleibt dem Menschen nichts anderes übrig als beim Discounter ihre Lebensmittel zu kaufen.

        • Patrick Stoll

          Der Kartoffelberg wäre nicht nur niedriger, sondern auch schwermetallbelastet. Es ist ja nicht so, dass im Biolandbau keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt würden. Sie müssen nur in der Natur vorkommen. Gegen die Krautfäule beim Kartoffelanbau wird im Biolandbau auf Kupfer gesetzt. Das reichert sich wunderbar in den Böden und den Verbrauchern an. Herzlichen Glückwunsch! Mir sind da konventionelle Pflanzenschutzmittel, die sich bis zur Ernte abbauen, lieber.

          • Tiefenrausch1968

            Bis zur Ernte abbauen, oder im Grundwasser anreichern, das ist halt häufig so die Frage und muss einzeln betrachtet werden. Bei vielen Pflanzenschutzmitteln bestehen da berechtigte Zweifel.

        • Jochen NV Böhrer

          Die Antwort kam spät.. aber sie kam 2016. In Form einer absoluten Mißernte bei Biokartoffeln aufgrund von Krautfäule. Und in Form von zigtausenden Tonnen von mit hochgiftigen Fusarien belastetem Weizen von Biolandwirten und konventionellen Landwirten, welche sich die nötige Fungizidbehandlung sparen wollten.

  • Baumeister Alfons

    Ein sehr interessanter Standpunkt der allen aus der Berufsgruppe Landwirtschaft bekannt sein sollte.Leider wird diesen Beitrag kaum einer aus dem Bereich Verbraucher oder „sogenannter Verbraucherschützer“ lesen, weil er zwar treffend aber sehr lang, nicht mit polarisierenden Bildern oder Videoausschnitten gespickt ist. Deshalb bleibt dieser Bericht leider nur wenigen vorbehalten.

  • Robin Korte

    Sehr geehrter Herr von Tiedemann,

    Mit Ihren Ausführungen zum gesundheitlichen Verbraucherschutz und einer häufig unsachlichen Überdramatisierung in diesem Gebiet mögen Sie weitestgehend recht haben. Sie verschweigen jedoch genau wie viele andere Experten des konventionellen Pflanzenschutzes die immer drastischere Schädigung der Umwelt und unserer natürlichen Lebensgrundlagen durch die Ausbringung immer neuer Pflanzenschutzmittel in immer neuen Kombinationen. Und Sie berücksichtigen nicht die enormen wirtschaftlichen Zwänge hinter der gegenwärtig stattfindenden Intensivierung der Landwirtschaft, die immer mehr Landwirte zu einer makroökonomisch nicht mehr sinnvollen Expansion und in die Abhängigkeit von Saatgut- und Agrochemiekonzernen treibt.
    All das steht jedoch in einem Gesamtzusammenhang, in dem der Streit über die gefühlte Sicherheit und Unsicherheit von Lebensmitteln für den Endverbraucher nur eine Nebenbühne ist.

    Solange die Wissenschaft sich auf einzelne unsachliche Wortklaubereien schlecht recherchierter TV-Formate versteift, wird ihr niemand Gehör schenken. Sie verschwenden doch Ihre Zeit, wenn Sie sich über so eine Lappalie ärgern und sich ach so große Sorgen um die Falschinformation von Verbraucher*innen machen – oder befürchten Sie etwa ernsthaft dass verunsicherte Verbraucher*innen wegen solcher Sendungen verhungern und Landwirte verarmen werden?
    Die wahren Gefahren, die wirklich heißen wirtschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen rund um die konventionelle Landwirtschaft finden ganz woanders statt. Verlassen Sie lieber den Nebenschauplatz und nehmen Sie Ihre Verantwortung da wahr, wo sie wirklich gebraucht wird.

    Einen schönen Gruß
    Robin Korte

    • Holger gruber

      mit Verlaub, Sie haben keine Ahnung, kluge Sprüche, weit weg von jeglichem Bezug, einfach nur traurig

    • Michael Doerge

      Wenn es so viele „Experten“ mit anderer Meinung gibt warum nennen Sie dann keine Quellen, denn ohne Quellen wirkt Ihre Ausführung doch sehr manipulativ!!

    • oxi

      Nein, es ist absolut notwendig, immer und immer wieder den falschen, emotionalisierenden und skandalisierenden Berichten zu widersprechen.

      Danke, Herr Professor Tiedemann!

  • Mentor54

    Wer Greenpeace – sicherlich nicht völlig zu unrecht – Eigeninteressen unterstellt, der muss das konsequenterweise auch bei „unabhängigen“ Experten wie Prof. Tiedemann tun. Mein Neffe ist ebenfalls Professor (Medizinsektor), und einen beträchtlichen Teil seiner Arbeitszeit verbringt er mit der Einwerbung von für die Forschung unverzichtbaren Drittmitteln aus der Industrie, die damit natürlich auch bestimmte Erwartungen verbindet.

    • The Mgt.

      Mentor54: wichtiger und richtiger Punkt! Abhängigkeiten und
      Geldflüsse kann man recherchieren. Für einen Laien ist das aber (leider) eine
      sehr aufwändige und mühsame Angelegenheit! Wir versuchen gerade, eine „Gebrauchsanweisung“ für Laien zu schreiben, die es erleichtern soll, die Zuverlässigkeit von Autoren und Quellen zu beurteilen.

      Leider ist es modisch geworden, bei jeder „abweichenden“
      Meinung eine „Finanzierung durch die Industrie“ zu unterstellen und den „Angeklagten“ in die Beweispflicht zur Unschuld zu nehmen. Unser Rechtsverständnis wird damit auf den Kopf gestellt.

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  • Sascha Klenke

    Lieber verlogener Andreas…

    Dieser offene Brief ist meines erachtens reiner Bullshit und zeigt wie heuchlerisch und verlogen das System, an dem sie offenbar tatkraftig mitarbeiten, wirkt! Nahrungsmittel als die gesündesten der Menschheit zu bezeichnen obwohl sie niemals zuvor mit sovielen GIFTEN behandelt wurden zeugt einzig und allein von ihrer wissenschaftlich verblendeten Ignoranz und aboluten Unwissenheit. Ihre Verlogenheit ist das übelste was uns Menschen passieren kann… Menschen wie Sie sind für das vergiftete Übel unserer Gesellschaft verantwortlich zu machen. Ich mag kein studierter Wissenschaftler sein… trage auch keinen tollen Titel vor meinem Namen und doch kann ich aus Erfahrung eines Koches der sich sehr mit Ernärung auseinander setzt folgendes aussagen… die Menschen werden immer kränker… und dies hat sehr vieles Faktoren… vergiftete Lebensmittel durch all die -zide, Plastik, Aluminium usw in unseren Lebensmitteln… die Liste lässt sich beliebig erweitern. Menschen wie sie sind einfach nur dumm und gefährlich und schaden mit ihren Lügen und ihrer manipulativen Heuchelei dem Wohle der Menschen. Sie sind sicher so ein verlogener Professor der all seine Studien und Statisken von Syngenta, Bayer, BASF und co subventioniert bekommt. Ginge es nach mir könnten du und all deine verlogenen Kollegen noch heute sterben gehen!!! Ja… mir ist vollkommen bewusst das mein Kommentar wohl wieder gelöscht werden wird… doch so spielt nun mal das System…

    • oxi

      Ihre Kritik hat keinerlei sachliche Substanz. Eher ähnelt es den Verschwörungstheorien der „Reichsbürger“.

      Ich bin ebenfalls Koch. Und ich kann nicht nachvollziehen, dass Menschen „immer kränker“ werden – tatsächlich sind die Menschen gesund wie nie zuvor und werden auch immer älter. Die (scheinbare!) Zunahme der Nahrungsallergieen ist gefühlt – weil mehr darüber berichtet wird.

      Vergiftete Lebensmittel? Bitte? In welcher Traumwelt leben Sie?

      • Hubi Hammer

        Vergiftete Lebensmittel gibt es schon noch, aber sie betreffen zumeist den Biosektor. Und dieser umfasst tatsächlich weniger als 5% des gesamten Marktes.
        Wenn also Klenke als Koch „immer kränkere Menschen“ beobachtet, sollte er vielleicht mal überprüfen, ob sich nicht Bioprodukte in die Zutatenliste eingeschlichen haben

    • Jochen NV Böhrer

      Herr Klenke, sie haben die ganze Dramatik noch garnicht erfasst.. nicht nur, dass die Menschen immer kränker und vergiftet werden.. sie müssen das auch noch 80 Jahre und länger aushalten, während sie vor 100 Jahren im Schnitt nur 40 Jahre alt wurden und dann gesund und glücklich starben. Und als Krönung macht die moderne Landwirtschaft auch noch 6,5 Milliarden Menschen satt anstat tsie natürlich verhungern zu lassen. Pöööhse pöhhse.